Taschen-Typen

Felix, Alex, Ken, Daniel und Patrick mit ihren Taschen.

Unsere Befragten: Felix, Alex, Ken, Daniel und Patrick mit ihren Taschen


Wenn man über Handtaschen nachdenkt, stellen sich die meisten eine Frau dazu vor. Hier gibt es in der Regel Taschen in den unterschiedlichsten Ausführungen und sie können so auf unterschiedlichste Weise präsentiert werden. Frauen haben oft Haarspray, Tampons, Bürste, Make-Up und Handcremes dabei. Aber was haben die Männer in ihren Taschen? In der Innenstadt von Darmstadt haben wir sie gefragt und auch den einen oder anderen Blick in eine der Männer-Taschen gewagt.

Begonnen haben wir mit der Frage, wie alt die Tasche schon ist. Wir mussten feststellen: Die Taschen der Männer sind nicht so alt, meistens ein bis zwei Jahre. Die Tasche von Architekturstudent Felix ist da schon eine Ausnahme: „Die dürfte schon drei Jahre alt sein.“

Von der Ex geklaut

Die Herkunft der Männerhandtaschen interessierte uns als nächstes. Die Besitzer haben sie meist von der Tante oder Mutter geschenkt bekommen. Im Gegensatz dazu antwortete der angehende Wirtschaftsingenieur Ken: „Die hab’ ich von meiner Ex-Freundin geklaut. Als wir Schluss machten, verlangte sie sie nicht zurück.“ Als kleine Zusatzinformation verriet uns Alex noch – er studiert Soziale Arbeit – wo er seine Taschen lagert: Er hatte einen herkömmlichen Stoffbeutel bei sich – er habe in der Küche eine Schublade voll davon.

Bei der Frage, warum es genau diese Tasche wurde, bekamen wir Antworten wie „groß und praktisch muss es sein“ oder „simpel, einfach und funktional, das hat mich überzeugt!“ Dies bestätigte unsere Vermutung, dass bei den Taschen der Männer die praktischen Ansprüche im Vordergrund stehen. Nicht so bei den Frauen, ihre Taschen müssen schön aussehen und etwas Besonderes für die Besitzerin sein.

Die Autorin beim Wiegen.

Die Autorin beim Wiegen.

Laptops, Getränke, Bücher, Blöcke, Stifte, Taschentücher, Schlüssel, Portemonnaies, Arbeitskleidung, Handys plus Ladekabel, Feuerzeuge, Zigaretten, Schlagzeugstöcke und Lebensmittel waren die Begleiter der Männer in den Taschen.

Die Taschen mussten auf die Waage

Zudem interessierte uns noch die genaue Last der Taschen, die die Männer mit sich herum schleppen. Aus diesem Grund hatten wir eine kleine Waage dabei. Diese konnte nur ein Gewicht bis zu drei Kilo anzeigen: Mit nur einer Ausnahme waren die Taschen schwerer. Die Ausnahme gehörte Hotelfachmann Daniel und wog nur 500 Gramm. Daniel erklärte uns, er schleppe das Täschchen oft bei der Arbeit mit sich. Da dürfe sie natürlich nicht ganz so schwer sein. Und da Daniel genügsam ist, passt in die Mini-Variante auch alles rein, was er so tagtäglich unterwegs braucht.

Ein Trend unter den Männern ist auch, einfach seine Sachen wie Portemonnaie, Handy und Schlüssel in die Tasche der Frau zu verstauen, damit sie selbst keine Tasche tragen müssen. So auch ein abschließendes Statement von Kommissionierer Patrick, das uns zum Schmunzeln gebracht hat: Er ziehe es vor, statt selbst eine Tasche herum zu schleppen, seine Habseligkeiten in die Tasche seiner Freundin zu packen. „Sonst bekomme ich noch rote Stellen von den Reibungen!“

Text: Dorothee Frey | Fotos: Tobias Krebs und Mirca Waldhecker