Siebenschläfer, Sonnenaufgänge und Sport

Sommeranfang – der war laut Datum am vorletzten Dienstag. Das Wetter fühlte sich aber nicht dementsprechend an. Die Darmstädter hoffen bei Ihrer Sommerplanung natürlich auf bessere Temperaturen. Aber was haben sie persönlich dieses Jahr schon besser gemacht als letztes? Am Nordbad haben wir nachgefragt: Warum freuen Sie sich auf die kommende Jahreszeit und welche Vorsätze für 2011 haben Sie schon erfüllen können?

Kühler Wind, bewölkter Himmel, vereinzelte Regengüsse: So stellt sich keiner den Sommeranfang und schon gar nicht die folgenden Monate vor. Aber was gehört eigentlich zu einem richtig tollen Sommer?

„Grillen gehen! Das macht nur bei richtig warmem Wetter Spaß“, sagt Ansa Bütt (21), die gerade ihr Fachabitur bestanden hat. Sie freue sich natürlich allgemein auf gutes Wetter, um nach der ganzen Lernerei ihre freie Zeit zu genießen. Schließlich habe sie ihren Vorsatz, den Abschluss zu schaffen, bereits erfüllt. „Bei Sonnenschein werde ich fast alles draußen machen. Nur die Studienplatzsuche muss ich wohl nach drinnen verlegen“, berichtet die 21-jährige aus Riedstadt.

Von links: Atiya Nasir und Ansa Bütt

Von links: Atiya Nasir und Ansa Bütt

Je netter die Menschen, desto fröhlicher der Sommer

Ihre Freundin Atiya Nasir verbringt sogar das ganze kommende Wochenende im Freien: „Ich hoffe sehr, dass das Wetter mitmacht. Wir wollen mit der ganzen Familie zelten gehen.“ Mit viel Regen rechne sie in den nächsten Monaten trotzdem. Aber ihre Laune sei sowieso gut, da der Sommer einfach „farbiger und fröhlicher“ sei und sie ihren Vorsatz, „netter zu den Mitmenschen zu sein“ schon recht gut umgesetzt habe. Die 19-Jährige hat, nach eigenen Angaben, versucht, darauf zu achten, was sie zu den Menschen sagt. Da kann der Sommer ja nur besser werden.

Er hofft nicht auf gutes Wetter, da er „sowieso den ganzen Sommer im Lager eines Flughafens arbeiten muss“: Mouhssin Morad. Als ausländischer Studierender habe er nie einen richtigen Sommer, da er “keine Unterstützung von zu Hause” bekäme und sich so “noch mehr Geld als deutsche Studierende dazu verdienen” müsse, erklärt der 21-Jährige aus Frankfurt.

Die ersten Sonnenstrahlen am Sommermorgen

„Grüne Natur, Ausflüge machen, Wärme“ – das verbindet Rudolf Fuchs aus Darmstadt mit der zweiten Jahreszeit. Diesen Sommer gehöre auch das Schach spielen im Herrengarten zum Programm, „aber der Schirm muss sicherheitshalber immer mit“, fügt der 74-jährige hinzu.

Rudolf Fuchs freut sich auf das Schachspielen im Herrengarten

Rudolf Fuchs freut sich auf das Schachspielen im Herrengarten

So richtig vertrauen die Menschen scheinbar noch nicht auf einen sonnigen Sommer, wie Silvana Gebelhardt bestätigt. „Aber auf schöne Sonnenaufgänge“, wirft die 53-jährige ein. Die bedeuteten für sie einen guten Start in den Tag. Da habe man jedenfalls eine besser Laune, als wenn man im Winter bei Dunkelheit aus dem Haus müsse.
„Vorsätze mache ich erst gar keine, weil ich sie sowieso nicht erfülle“, sagt die Weiterstädterin.

Umso mehr hoffe sie darauf, dass sich die Bauernweisheit über den Siebenschläfertag am vergangenen Montag erfüllt. „Es hat nicht geregnet, was heißt, dass der Sommer auch nicht verregnet sein wird“, stellt sie fest. Ihr Mann Achim Gebelhardt steht den kommenden Wochen trotzdem mit gemischten Gefühlen gegenüber. „Das Frühjahr war schon so toll, ich weiß nicht, ob es da im Sommer noch so eine große Steigerung geben wird“, so der Weiterstädter.

Noch skeptisch gegenüber dem Sommer: Achim und Silvana Gebelhardt

Noch skeptisch gegenüber dem Sommer: Achim und Silvana Gebelhardt

Sport und Sommer für gute Laune

Sarah Richtberg hingegen versucht, zuversichtlich zu bleiben. „Ich betreue zwei Wochen lang eine Kinderfreizeit an der Nordsee. Da haben wir vor, alles draußen zu machen.“ Ihren Vorsatz für dieses Jahr, mehr Sport zu machen, habe sie sogar eingehalten. „Wenn es jetzt langsam noch Sommer werden würde, wäre ich zufrieden“, erzählt die 20-jährige aus Groß-Umstadt. Sie spürt schon die ersten Regentropfen und sprintet los, um ihre Straßenbahn zu erwischen.

Sarah Richtberg hat ihren größten Vorsatz für 2011 schon erfüllt

Sarah Richtberg hat ihren größten Vorsatz für 2011 schon erfüllt

Auch die anderen Darmstädter vor dem Nordbad versuchen, mit der Bahn vor der Regenwolke über ihnen zu fliehen.

Mehr Sport statt mehr pauken

Nur eine Ecke im Grünen hinter dem Nordbad bleibt belebt: Der Skater-Park. „Sport im Sommer ist toll“, erzählte der begeisterte David Heusel. „Mehr lernen“ war sein Vorsatz für dieses Jahr. Daraus sei aber eher „mehr Sport“ geworden. Im Gegensatz zu den anderen Darmstädtern hält der 23-jährige Soziologie-Student etwas mehr Wind und nicht zu viel Sonne für ein ideales Wetter. Wenn auch nur zum Skaten.

Er liebt den Sommer zum Skaten: David Heusel

David Heusel liebt den Sommer zum Skaten.

„Zum Klettern im Urlaub in Frankreich brauche ich dann auch nicht zu viel Hitze. Aber danach am Meer in Spanien hoffe ich schon auf heiße Temperaturen“, so der Darmstädter. Er sei da aber nicht zu anspruchsvoll, schließlich sei „alles besser als der Winter“. In diesem Punkt sind sich alle Befragten einig.

„Hauptsache warm“ lautet die Devise der Darmstädter, die einfach nur ihren Urlaub genießen und von dem kalten, langen Winter viel Abstand gewinnen wollen.

Text und Fotos: Caro Lobig