Jugendstil mit Farbenspiel

Zauberhaftes Licht ließ am vergangenen Samstag die Bauwerke auf der Mathildenhöhe erstrahlen. „Eine Nacht in Blau“ war das Motto. Der Anlass: das achte Illuminationsfest. Dieses zog viele Gäste zum kulturellen Herzstück von Darmstadt. A-Capella-Gesänge am Platanenhain und Akteure auf der Freilichtbühne unterhielten etwa 9000 Besucher. Jugendstil-Häuser auf dem Museenhügel wie Glückert und Deiters, die sonst der Öffentlichkeit verschlossen bleiben, konnten am Abend ebenfalls besichtigt werden.

Mehr und mehr Menschen versammelten sich auf dem Gelände, saßen an der russischen Kapelle, am Brunnen oder auf den umliegenden Wiesen. Vor dem Wasserreservoir und dem Infozelt standen die Menschen Schlange, ein Hochzeitspaar lief auf Stelzen im Abendrot umher und der Beifall, der an der Freilichtbühne geklatscht wurde, war groß. Anja Herdel, Geschäftsführerin der Darmstadt Marketing GmbH, sagte, es sei ein Fest von den Bürgern für die Bürger. Seit 2004 bekomme man eine gute Resonanz der Besucher. Das Lob stehe den rund 80 Akteuren, die zum Teil ehrenamtlich im Einsatz sind, zu.

Besucherapplaus vor der Freilichtbühne

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der historischen Ausstellung habe man das Illuminationsfest als Bestandteil der Jugendstiltage geschaffen. Auf das gesamte Stadtzentrum hätte man die Feierlichkeiten ursprünglich ausweiten wollen. Die Idee, mit den Festen an den Jugendstil zu erinnern, stamme von Ulli Emig, dem heutigen Administrationsleiter der Mathildenhöhe, erinnerte sich Anja Herdel.

Am Abend war es möglich, etwas von der Epoche um die Wende des 20. Jahrhunderts zu erfahren. Die Epoche, in der der letzte Großherzog Ernst Ludwig den Anstoß für die Blüte des Jugendstils in Darmstadt gegeben hat. Als Mäzen schlug der Großherzog damals die Brücke zwischen Handwerk, Kunst und Wissenschaft.

Eine zauberhafte Lichtstimmung umgab die Mathildenhöhe – die Lampions und Windlichter brannten schon, als Oberbürgermeister Walter Hoffmann (SPD) seine Eröffnungsrede hielt und mit einer Fackel den Feuerkelch entzündete. Im kulinarischen Dorf feierte man bis nach Mitternacht. Für einen großen Teil der Besucher endete die Nacht in Blau offiziell mit Glockenläuten und Wunderkerzen.

Text und Fotos: Michael Bitsch