Darmstädter Studenten auf Höhenflügen

Lackieren, schleifen, konstruieren – in der Werkstatt der Akaflieg Darmstadt können technikbegeisterte Studenten beim Flugzeugbau ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen. Die Studenten planen und entwickeln eigene Segelflugzeuge, die nach getaner Arbeit auf dem Flugplatz in Heppenheim geflogen werden.

Die Akaflieg bei der Arbeit

Die Akaflieg bei der Arbeit

„Wir konstruieren und bauen Segelflugzeuge, die nach Fertigstellung von uns selbst auch geflogen werden“, erklärt Thomas Fester, Projektleiter des Vereins. „Am Anfang steht eine Idee im Raum, über die sich dann eine Menge kreativer Köpfe Gedanken machen. Danach geht es an die Planung und Umsetzung“, so Fester. Dies geschehe überwiegend in Eigenregie, wobei man aber auch mit verschiedenen Herstellern und Instituten zusammenarbeite. „Tut sich bei der Entwicklung ein Problem auf, das wir nicht selber lösen können, suchen wir uns bei Bedarf Experten“, berichtet der Darmstädter Student.

Die Akaflieg versteht sich dabei nicht als kommerzielles Unternehmen. „Wir bauen des Bauens wegen“, sagt Fester. Wenn sich jedoch ein Hersteller für die Produkte interessiere, seien die Entwickler nicht abgeneigt. Seit der Gründung im Jahre 1920 wurden über 40 Flugzeuge entwickelt und gebaut. Die Akaflieg finanziert die Projekte ausschließlich durch Sponsoren.

Aktuell hat der Verein 50 Mitglieder. Der harte Kern besteht aus etwa 10 bis 15 Studenten, die den Großteil ihrer Freizeit in der Werkstatt verbringen. Es gibt zwar eine Pflichtanzahl von Arbeitsstunden, jedoch verbringen die Mitglieder aus eigenem Antrieb oft weit mehr Stunden als gefordert in der Werkstatt. „Mitmachen kann bei uns jeder, der Student ist, und sich für den Flugzeugbau interessiert“, erklärt der Projektleiter. Ein Studiengang mit technischem Schwerpunkt sei dabei kein Muss.

Aktuell arbeitet die Akaflieg an einem doppelsitzigen Segelflugzeug. Das Modell mit der Bezeichnung D-43 wurde bereits Anfang des Monats auf der Luftfahrtmesse Aero in Friedrichshafen ausgestellt. „Da von der Idee bis zur Umsetzung eines solchen Projektes mehrere Jahre vergehen können, kann es sein, dass man das Flugzeug, an dem man mitgebaut hat, nicht selber fliegen wird“, sagt Fester.

Verkleben eines Flugzeugrumpfes

Verkleben eines Flugzeugrumpfes

Die Entwicklung und Forschung steht bei der Akaflieg im Vordergrund, das Fliegen an sich gehört aber auch dazu. „Jeder hat bei uns die Möglichkeit den Segelflugschein zu erwerben“, berichtet Fester. An den Wochenenden werden auf dem Flugplatz in Heppenheim Piloten ausgebildet.

Da alle Beteiligten ehrenamtlich tätig sind, wird das Segelfliegen so auch für Studenten erschwinglich. Auch die Fluglehrer stammen aus dem Kreis der Studenten. „Wir erhalten uns selber und wollen nicht auf externe Ressourcen zurückgreifen müssen.“ Interessierte können unter der Woche die Werkstatt der Akaflieg in der Magdalenenstraße, auf dem Gelände der
TU Darmstadt, besuchen.

Text: Eric Scharfenort | Fotos: Akaflieg Darmstadt